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PM: Ausreise nach Deutschland – Liu Xia darf China verlassen

Die Künstlerin Liu Xia darf nach Deutschland ausreisen, wie ihr Bruder Liu Hui am vormittag mitteilte. Sie sitze aktuell in einer Maschine Richtung Deutschland, wo sie eine medizinische Behandlung erwartet. Die Künstlerin war mit dem Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo verheiratet und zählt zu den wichtigsten Köpfen von Chinas intellektueller Opposition. Nach dem Tod ihres Mannes im Juli 2017 wurde Liu Xia vom Regime in Zwangsisolation gehalten, Berichte über Mangelernährung und Depressionen häuften sich.

Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Kulturausschusses des Europäischen Parlaments und Mitglied der China-Delegation des EP, begrüßt die Freilassung der Künstlerin:

„Ich bin erleichtert, dass Liu Xia nun endlich ausreisen darf. Der diplomatische Einsatz der Bundesregierung in dieser Frage verdient höchsten Respekt. Wichtig ist, dass Liu Xia in Deutschland nun schnell die notwendige medizinische Behandlung bekommt, die die chinesische Regierung ihr auf unmenschliche Weise vorenthielt.

Dass die Ausreise ziemlich genau ein Jahr nach dem Tod Liu Xiaobos stattfindet, unterstreicht deutlich die antidemokratische Haltung des Regimes. Offene Opposition wird in China nicht geduldet. Für Regimekritiker bleiben nur zwei Alternativen: Entweder sie verlassen das Land oder sie müssen um ihr Leben fürchten. Wenngleich China derzeit wegen seiner Positionierung pro Multilateralismus und wegen seiner Fortschritte in der ökologischen Modernisierung durchaus gute Presse in Europa bekommt, verdeutlicht das Schicksal von Liu Xia einmal mehr, auf welcher Grausamkeit sein autoritäres Regime fußt.“