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Pariser Abkommen zum globalen Klimaschutz: Umsetzung in China wird einer der Schlüsselfaktoren für erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel

Knapp 200 Staaten haben sich in Paris auf ein weltweites Klimaschutz-Abkommen geeinigt. Sie verständigen sich darin auf das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf unter zwei Grad zu begrenzen. Sogar eine Begrenzung auf einen Anstieg um 1,5-Grad wird angestrebt. Zahlreiche Beobachter loben das Abkommen als historischen Durchbruch im internationalen Klimaschutz. Ich bin vor allem erleichtert, dass es überhaupt gelungen ist, ein Abkommen zu schließen und dass ein erneutes Scheitern der Verhandlungen wie bei den letzten Klimaverhandlungen in Kopenhagen verhindert werden konnte. Einer der Gründe, warum die Weltgemeinschaft nicht erneut mit leeren Händen dasteht, ist die veränderte Rolle der Volksrepublik China. Vor sechs Jahren war es ganz wesentlich der chinesische Protest gewesen, der ein umfassendes Abkommen unmöglich gemacht hatte. China versteckte sich hinter seinem Status als Entwicklungsland und lehnte substantielle Einschnitte in sein Recht auf CO2-Emmission ab. Anders in Paris. Auch bei den diesjährigen Verhandlungen äußerten sich einige Vertreter anderer Länder und Kommentatoren kritisch über Chinas Widerstand gegen die ein oder andere ambitionierte Maßnahme zum Klimaschutz – so zum Beispiel in Bezug auf ein gemeinsames Berichtssystem. Die fundamentale Verweigerungshaltung, die Kritiker China noch in Kopenhagen vorgeworfen hatten, gab es aber nicht mehr. Bereits weit im Vorfeld des Gipfels in Paris hatte sich China gemeinsam mit den USA zur Verantwortung in Sachen globaler Klimaschutz bekannt und dies hat sich auch während den Verhandlungen in Paris nicht mehr grundsätzlich geändert. Schon bei meiner Chinareise im Oktober hatte ich einen Bewusstseinswandel in der Volkrepublik deutlich wahrgenommen und eine neue Bereitschaft zu Umwelt- und Klimaschutz festgestellt. Offizielle der chinesischen Zentralregierung und aus Regionen hatten uns ambitionierte Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Reduktion der CO2-Emmissionen vorgestellt. Jetzt müssen konkrete Taten folgen. China ist heute der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit. Ob der internationale Kampf gegen den Klimawandel gelingt, hängt also auch maßgeblich davon ab, ob China seine Zusagen einhält und das Pariser Abkommen mit Leben füllt. Wie China auch sind jetzt natürlich alle Staaten gefragt, den ambitionierten Beschlüssen mutige Reduktionen von CO2 folgen zu lassen.