Navigation einblenden
Kultur und Medien

Kommissionsvorschlag zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen

Die Kommission knüpft mit ihrem Vorschlag zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen an die politischen Ziele des Rates in Lissabon und Barcelona an, mehr Wachstum und Beschäftigung zu schaffen und eine wissensbasierte Gesellschaft in Europa zu fördern.

Dabei stellt d er Vorschlag ein praktisches Instrument dar, das die Anstrengungen der Mitgliedstaaten in den Reformbemühungen ihrer Bildungs- und Ausbildungssysteme unterstützen soll, um nicht nur den Erwerb, sondern auch die Aktualisierung von Schlüsselkompetenzen im persönlichen, öffentlichen und beruflichen Leben der europäischen BürgerInnen zu garantieren.

Der vorgeschlagene Referenzrahmen umfasst folgende acht Schlüsselkompetenzen, über die jedeR EuropäerIn verfügen sollte: 1.Muttersprachliche Kompetenz; 2.Fremdsprachliche Kompetenz; 3.Mathematische und grundlegende naturwissenschaftlich-technische Kompetenzen; 4.Computerkompetenz; 5.Lernkompetenz; 6.Interpersonelle, interkulturelle und soziale Kompetenz und „Bürgerkompetenz“; 7.Unternehmerische Kompetenz; 8.Kulturelle Kompetenz.

Die Kompetenzen basieren auf bestimmten Grundfähigkeiten, zu denen horizontale Aspekte wie kritisches Denken, Kreativität, europäische Dimension und aktive Bürgerschaft zählen. Sie leisten einen Beitrag zur Entfaltung der Persönlichkeit, zu aktiver Mitwirkung in der Gesellschaft und zu verbesserter Beschäftigungsfähigkeit. Die Kommission fordert zudem die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass alle Menschen bis zum Ende ihrer Grundausbildung Schlüsselkompetenzen erwerben und ermutigt sie, anhand europäischer Referenzniveaus an der Beseitigung von Bildungsbenachteiligungen zu arbeiten. Was die Erwachsenen betrifft so soll gemeinsam mit allen relevanten Partnern eine umfassende Infrastruktur aufgebaut werden. Hauptziele der Empfehlung sind 1. die Definition der Schlüsselkompetenzen zu ermitteln; 2.die Mitgliedstaaten in ihren Ausbildungszielen zu unterstützen; 3.Entscheidungsträgern, Bildungsanbietern, Arbeitgebern und den Lernenden selbst ein europäisches Instrument mit Referenzniveaus zur Verfügung zu stellen; 4.einen Rahmen für weitere Aktionen auf Gemeinschaftsebene zu bieten.

Helga Trüpel, Berichterstatterin und Vizevorsitzende des Kulturausschusses, unterstützt den vorliegenden Kommissionsvorschlag, unterstreicht aber auch, dass für die Umsetzung der Ziele verstärkt in Bildung und Ausbildung investiert werden muss. Vor diesem Hintergrund bedarf die kommende europäische Finanzplanung einer Anpassung , um den Zielen der Lissabon Strategie gerecht zu werden. Kritisch bewertet Helga Trüpel, dass der Entwurf einen elitären Beigeschmack hat. Mit seinen sehr ambitionierten Forderungen und Zielen, berücksichtigt er zu wenig Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Menschen, die aus persönlichen, sozialen, kulturellen oder wirtschaftlichen Gründen unter Bildungsbenachteiligungen leiden. Zudem sollte nicht nur der Erwerb sondern auch die Weiterentwicklung und Aktualisierung von Schlüsselkompetenzen durch lebenslanges Lernen intensiv gefördert werden, um die Weiterbildung und die Beschäftigungsfähigkeit zu unterstützen. Als sehr positiv bewertet die Berichterstatterin den Kommissionsvorschlag hinsichtlich der Weiterentwicklung der nationalen Strategien zum lebenslangen Lernen sowie der Bildungs- und Ausbildungssysteme der Mitgliedstaaten. Hierbei unterstützt die Kommission mit ihrer Empfehlung die Lehrplanreform sowie die Schaffung eines einheitlichen Erwachsenenaus- und Weiterbildungsangebotes.

Den Berichtsentwurf finden Sie hier als PDF

Den Kommissionsentwurf finden Sie als PDF

« zurück zu Kultur

Helga Trüpel ist Schirmherrin der EAEA – Veranstaltung im Europäischen Parlament

Vor dem Hintergrund der Fertigstellung des Berichtsentwurfs zu Schlüsselkompetenzen für das lebenslange Lernen, war die Veranstaltung am 25. April des Europäische Verbandes für Erwachsenenbildung (EAEA-European Association for the Education of Adults) im Europäischen Parlament , über die Helga Trüpel die Schirmherrschaft inne hatte, von großer Bedeutung.

In ihrem Bericht, der kürzlich veröffentlicht wurde, legt die Berichterstatterin und Vizevorsitzende des Kulturausschusses, besondere Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden. Gerade diejenigen, die aufgrund personeller, gesellschaftlicher, kultureller oder wirtschaftlicher Umstände benachteiligt sind, müssen eine besondere Förderung erhalten, um die Möglichkeit zu bekommen, ihr Bildungspotenzial auszuschöpfen. Deshalb muss der Fokus auf denjenigen gerichtet werden, die geringe Grundfertigkeiten besitzen; dazugehören Menschen, die die Schule abgebrochen haben oder seit langen ohne Arbeit sind. Auch ältere Menschen, Migranten und Menschen mit Behinderungen gehören zu der Gruppe mit besonderen Bedürfnissen. Neben dieser Hervorhebung, betont Frau Trüpel zudem die Besonderheit von Bildung an sich. Es geht nicht nur darum Qualifikationen zu erwerben, um den Ansprüchen des Arbeitsmarktes zu genügen. Das lebenslange Lernen hat einen Mehrwert an sich, der für die Entfaltung und Entwicklung des Individuums beiträgt und letztendlich auch einen erheblichen Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben leistet.

Frau Trüpel begrüßt daher sehr, dass unter den Hauptzielen des vorgeschlagenen Referenzrahmens die Erwachsenenbildung genannt wird. Denn im erwachsenen Leben sollen Kompetenzen ein Leben lang ausgebaut und erneuert werden. Organisationen wie der Verband der EAEA leisten hierbei einen  wichtigen und wesentlichen Beitrag.

Helga Trüpel mit Vertreterinnen des Vernabandes EAEA

Der Empfang wurde von zahlreichen Gästen aus der Kommission, Lobbyisten und Vertretern verschiedener Organisationen besucht. Nach der Eingangsrede des Vizepräsidenten der EAEA, Herrn Klerq, begrüßte Helga Trüpel die Teilnehmer und betonte in Ihrer Rede die Bedeutung von Bildung als Mehrwert an sich und die Wichtigkeit der finanziellen Unterstützung, um die Ziele der Lissabonner Strategie erreichen zu können.

Gäste der Veranstaltung im Europäischen Parlament

« Informationen zu EAEA