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PM: Neuer Antisemitismusbericht – Soziale Medien werden zu Vehikeln von Antisemitismus

Heute wird im Europäischen Parlament ein neuer Bericht der EU-Grundrechteagentur zur Erfahrung und Wahrnehmung von Antisemitismus in Europa vorgestellt. Im Rahmen der bis dato größten Umfrage zum Thema Antisemitismus wurden 16.300 Jüdinnen und Juden aus 12 Mitgliedsstaaten befragt, in denen ca. 96 % der jüdischen Bevölkerung der EU leben. Die Ergebnisse sind alarmierend: 90 % der Befragten sind der Meinung, dass Antisemitismus zunimmt. 70 % der Befragten geben an, Antisemitismus im öffentlichen Raum, in den Medien und in der Politik zu erfahren.

Helga Trüpel, Mitglied der Intergroup Antisemitismus des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Die Ergebnisse des Berichts sind erschütternd und alarmierend. Es ist nicht hinzunehmen, dass Jüdinnen und Juden sich auch Jahrzehnte nach der Shoah in Europa nicht sicher fühlen können. Die Zunahmen von Diskriminierung und Hassverbrechen gegen Menschen jüdischen Glaubens macht uns deutlich, dass wir unsere Bemühungen zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit und zur Förderung von Toleranz gegenüber Minderheiten intensivieren müssen. Außerdem zeigt der Bericht, dass das Internet zunehmend zum Vehikel antisemitischer Hassrede wird. In Deutschland beispielsweise geben neun von zehn befragten Jüdinnen und Juden an, Antisemitismus im Internet und insbesondere in den sozialen Medien erfahren zu haben. Wir müssen die sozialen Medien in die Verantwortung nehmen, neue Arten der Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus zu entwickeln. Europa muss ein Ort sein, an dem Menschen jüdischen Glaubens ohne Hass und ohne Angst in Sicherheit und Freiheit leben.“

Zum Download:  „Experiences and perceptions of antisemitism“ (Bericht, engl.) [1]